Sonderausstellung vom 13. März 2026 bis 9. März 2027

Wunderwaffen


Propaganda und Kriegstechnik im Nationalsozialismus








Kriegstechnik dient seit Jahrhunderten nicht nur dem Kampf, sondern auch der Propaganda. Im 20. Jahrhundert verstärkten neue Technologien die Symbiose von Medien und Militär. In den von Technik geprägten Gesellschaften der Hochmoderne gewann die Inszenierung der modernsten Kriegstechnik an Bedeutung. Das führte dazu, dass aus der Zeit des Nationalsozialismus insbesondere die Vergeltungswaffen V 1 und V 2 bis heute äußerst bekannt sind. Auch deshalb, weil sie durch die NS-Propaganda als sogenannte Wunderwaffen Berühmtheit erlangten. Die Ausstellung im Militärhistorischen Museum zeigt, dass hinter dem propagandistischen Versprechen nach Wundern ein massiver und komplexer Manipulationsprozess der öffentlichen Wahrnehmung lag.

Ob V 1 Marschflugkörper oder Tiger-Panzer, jedes Waffensystem war in einen ideologischen Kontext eingebettet, mit dem Propagandabotschaften verkauft wurden. Nationalsozialistische Feindbildkonstruktionen sollten den Vorwand für eine beispiellose Gewaltentfesselung liefern und die Kriegspropaganda versuchte mit Hilfe von inszenierten Waffensystemen, die Deutschen für die Kriegsführung zu begeistern.

Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges lernten die Propagandisten, Waffen wie die »Stuka« (Sturzkampfflugzeug) oder die »Hitlersäge« (Maschinengewehr 42) wirkungsvoll zu inszenieren. Im weiteren Kriegsverlauf radikalisierte sich dieser Prozess. Als die Kriegslage immer schlechter wurde, kamen sogenannte Wunderwaffen oder Vergeltungswaffen zum Einsatz. Waffensysteme wurden nun bereits vor ihrem Ersteinsatz zielgerichtet für den Propagandakrieg entwickelt. Die dabei entstandene High-Tech und unrealistische Waffenprojekte boten die Möglichkeit, dass nazistische Verschwörungstheorien nach dem Krieg daran anknüpfen konnten. In diesen Erzählungen spielen Fantasiewaffen wie die »Reichsflugscheibe« eine große Rolle. Die Grenzen zu den übertriebenen Waffenentwicklungen aus der Spätphase des Zweiten Weltkrieges wie dem 1.000-Tonnen-Panzer »Ratte« sind dabei fließend.

Die Propagandatechniken des Nationalsozialismus erzielen zum Teil bis heute Wirkung. Die breite Verwendung des Begriffs »Wunderwaffen« in den verschiedensten Kontexten des Ukrainekrieges ist gegenwärtig das populärste Beispiel dafür. Die Ausstellung zeigt somit, dass Waffensysteme und ihr Diskurs stets zusammenzudenken sind, und versucht anhand des Beispiels des Nationalsozialismus, das Bewusstsein für eine kritische Sichtweise auf diesen wichtigen Aspekt jeder modernen Kriegspropaganda zu schärfen.

Headerbild: Modell einer »Reichsflugscheibe«, wie sie in Mythen um NS-»Wunderwaffen« kursieren. © MHM / Andrea Ulke

Adresse / Anfahrt

Olbrichtplatz 2 01099 Dresden

Öffnungszeiten

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